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Die wirksamste Medizin ist die natürliche Heilkraft,

die im Inneren eines jeden von uns liegt.

Hippokrates von Kos (460 - etwa 377 v. Chr.), griechischer Arzt, »Vater der Heilkunde«

Beschwerden, Auslöser und die genaue Erkrankung der Bauchspeicheldrüse sind ausschlaggebend für die Wahl der einzelnen Therapieschritte.

Die Therapiemaßnahmen zur Behandlung einer Chronischen Pankreatitis werden meist in Ab- und Übereinstimmung (interdisziplinär) von Chriurg*innen und Gastroenterologie*innen auf Basis der diagnostischen Ergebnisse getroffen.

Da jede Bauchspeicheldrüsen-Entzündung einen einzigartigen Verlauf hat, lässt sich kein allgemein gültiges Therapieschema definieren.  

Akute Pankreatitis​

 

Zur Behandlung einer leichten akuten Pankreatitis gehört normalerweise eine kurzzeitige Krankenhausaufnahme, bei der Flüssigkeiten über die Vene (intravenös) und bei Schmerzen Schmerzmittel (Analgetika) zur Schmerzlinderung verabreicht werden.

 

Die ersten paar Tag wird feste Nahrung vermieden, es wird aber so früh wie möglich mit sogenannter Aufbaukost begonnen.

Meist darf man bereist am zweiten Tag klare Suppe und Joghurt essen.​ 

Auf den Verlauf oder die Prognose der akuten Pankreatitis selbst hat die Nahrungskarenz nach neueren Studien keinen positiven Einfluss. Die bis vor kurzem noch gültige Meinung, dass die Bauchspeicheldrüse durch eine Null-Diät (Nahrungkarenz) "ruhig gestellt" werden muss, ist überholt. 

Eine Nulldiät (Nahrungskarenz) empfinden viele Patient*innen allerdings als Erleichterung, wenn sie nach dem Essen an Übelkeit, Erbrechen und Schmerzen leiden.

Patient*innen mit einer schwerer akuten Pankreatitis werden auf der Intensivstation behandelt, wo Puls, Blutdruck und Atemfrequenz und die Harnproduktion ständig überwacht werden können.

Blutproben werden regelmäßig entnommen, um verschiedene Blutbestandteile zu überwachen, darunter der Hämatokritwert, Blutzuckerspiegel (Glukose), Elektrolytwerte, Anzahl der weißen Blutzellen und die Blutharnstoffwerte.

Durch die Nase kann eine Sonde in den Magen eingeführt werden (nasogastrale Sonde), um Flüssigkeiten und Luft abzusaugen, vor allem bei anhaltender Übelkeit und Erbrechen und bei einem Darmverschluss (gastrointestinalen Ileus).

Bei starken Schmerzen werden meist Opioide in Tablettenform berschrieben oder als Mehrtages-Pflaster auf dem Oberarm angebracht.

Ist das Schmerzzlevel im moderaten Bereich, können andere Analgetika wie Ibuprofen oder Novalgin verordnet werden.

Von einer längerfristigen Einnahme von NSAR (Aspirin) ist generell abzuraten, da sie die Mangeschleimhaut angreifen..

Wenn eine akute Pankreatitis auf Gallensteine zurückzuführen ist, hängt die Behandlung von der Schwere der Erkrankung ab. Obwohl bei über 80% der Personen mit einer Gallensteinpankreatitis der Stein spontan abgeht, ist in der Regel eine ERCP mit Steinentfernung notwendig, wenn sich der Zustand der Person nicht bessert, weil der Stein nicht von alleine ausscheidet.

Die Gallenblase wird in der Regel irgendwann entfernt, bei einer schweren Pankreatitis kann die Entfernung der Gallenblase jedoch warten, bis die Symptome abklingen.

Pseudozysten, die sehr rasch größer werden, Schmerzen oder andere Symptome verursachen, werden in der Regel entleert (dräniert).

Je nach Ort und anderen Faktoren kann eine Pseudozyste operativ oder durch Einführen eines Dränageschlauchs (Katheter) in die Pseudozyste entleert werden.

Der Katheter kann entweder über ein Endoskop oder direkt durch die Haut in die Pseudozyste gesetzt werden und der Katheter ermöglicht den Abfluss des Zystensekrets die für mehrere Wochen.

Eine Infektion wird mit Antibiotika behandelt und infiziertes und totes Gewebe (Nekrose bzw. infektiöse Nekrose) muss eventuell mittels Endoskopie entfernt werden.

Für chirurgische Eingriffe gilt grundsätzlich, dass eine akute Pankreatitis erst operiert wird, wenn es aus lebensbedrohlichen Gründen erforderlich ist.

Chronische Pankreatitis - CP

 

Eine Schritt für Schritt Therapie, der sogenannte Step-Up-Approach ist, je nach Art und dem Auslöser der Chronischen Pankreatitis, der etablierte medizinische Behandlungsstandard.

 

Die medikamentöse Therapie

Dazu gehören Verdauungsenzyme ((Enzympräperate), Schmerzmittel und eine hochdosierte Kortisonthreapie, um die Entzündung zu stoppen beziehungsweise zurückzufahren.

Minimalinvasive Therapie

Wenn Gangverengungen des Gallen- und /oder Pankreasganges vorhanden sind, wird versucht, diese mittels wiederholtem Einbringen kleinster Plastikröhrchen (Stents) in Pankreas- oder/und Gallengängen zu öffnen.

Ein Stent ist eine Gefäßstütze aus Kunstfasern oder Metall. Der Einsatz dieser Stütze erfolgt, um Gefäße oder Hohlorgane offen zu halten. Eine Stentimplantation wird auch bei Pankreas Divisum eingesetzt, um den verengten Ausführungsmuskel, die Papille minor, die kleine Papille, die in den Zwölffingerdarm mündet (eine organische Abweichung) zu dehnen und so den Abfluss des Pankreassekrets wieder herzustellen.

Operation

Scheitert das mehrmalige Stenten des Ganges und kommt es nach einem Auslassversuch, dem Weglassen der Stents über einige Wochen und Monate zu neuerlichen Gangverengungen (Gangstenosen) erfolgt der 3.Schritt des step-up-approaches, der chirurgischen Eingriff, die OP.​

Ihre Ärztin, Ihr Arzt wird den Nutzen und die Risiken der jeweiligen Therapie genauestens abwägen und mit Ihnen besprechen.

Ernährung

Nach heutiger Erkenntnis wird von einer Nahrungskarenz, also einer Nulldiät, die vor wenigen Jahren noch Standard war, abgeraten.

Es ist ganz im Gegenteil sinnvoll, auch bei akuten Schüben einer chronischen Bauchspeicheldrüsen-Entzündung so schnell wie möglich mit einer diätoligischen Ernährung zu beginnen. 

Neuere Untersuchungen weisen darauf hin, dass bei milder akuter Pankreatitis die orale Nahrungszufuhr, also die normale Ernährung, im Vergleich zur Nulldiät (Nahrungskarenz) den Verlauf günstig beeinflussen kann.

Leicht verdauliche Kost wie klare Suppen, Joghurt, Biskotten und Zwieback kann man meist bereits am 2.Tag zu sich nehmen. 

Grundsätzlich kann man sagen: Viele kleine, mindesten 5 über den Tag verteilte Mahlzeiten sind leichter für die Bauchspeicheldrüse zu "verdauen" als 2 bis 3 große Mahlzeiten. 

Konservative Therapie 

Die konservative Therapie besteht im Wesentlichen aus Schmerzbehandlung, dem Ersatz von Pankreasenzymen durch Pankreasenzym-Medikamente, einer optimierten Einstellung bei Diabetes Mellitus und, bei durch Alkohol ausgelöster Erkrankung, Alkoholabstinenz. 

Die Behandlung von Schmerzen und die Schmerzreduktion stehen bei einer Bauchspeicheldrüsen-Entzündung an oberster Stelle. 

Analgetika

Bei starken Schmerzen werden Opioide in Tablettenform oder als Mehrtages-Pflaster, das auf den Oberarm geklebt wird, verabreicht

Ist das Schmerzzlevel im moderaten Bereich, können andere Analgetika wie Ibuprofen oder Novalgin eingenommen werden.

Nicht steroidale Antirheumatika (NSAR), dazu zählt z.B. Aspirin können kurzfristig eingenommen werden.

Von einer langfristigen Einnahme wird abgeraten, da die Belastung von  Leber- und Nieren sowie Nebenwirkungen auf Magen und Darm zu groß sind.  

Zur Verringerung von Schmerzen kann neben Opioiden in Form von Tabletten und Pflastern, die den Wirkstoff über mehre Tage freisetzten, und Novalgin auch ein Kreuzstich, wie er auch bei Geburten eingesetzt wird, angewendet werden.

Bei Pankreasoperationen ist der Kreuzstich (Epiduralanästhesie) selbstverständlich.  

Pankreasenzym

Die Einnahme von Enzympräperaten bei einer Unterversorgung mit Bauchspeicheldrüsen eigenen Verdauungsenzymen gewährleistet, dass die aufgenommen Nahrungsbestandteile - Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate - in eine Form transferiert werden, die dem Organismus für seine vielfältigen Funktionen als Bau- und Reparaturmaterial dienen.

Heute sind Präparate (Extrakte aus Schweinepankreas) auf dem Markt, die sehr gut vertragen werden.  

Die nötige Dosierung ist von Patient*in zu Patient*in unterschiedlich und richtet sich nach der Zusammensetzung der Ernährung. 

Je nach Fettgehalt der Mahlzeit müssen mehr oder weniger Kapseln mit Verdauungsenzymen  mit dem Essen eingenommen werden.

Pankreasenzyme sind meist gut verträglich und haben praktisch keine Nebenwirkungen. Ganz selten kann es zu einer allergischen Reaktion kommen.

Vitamine und Spurenelemente

Eine spezielle Diät zur Behandlung der chronischen Pankreatitis gibt es nicht.

Es ist jedoch auf eine ausreichende Versorgung mit fettlöslichen Vitaminen (A, D, E, K) zu achten.

Insulin

Wenn der Blutzucker ansteigen sollte, ist das ein Zeichen dafür, dass zu wenig Insulin in der Bauchspeicheldrüse produziert wird.

Nur in wenigen Fällen kann die Regulierung (Normalisierung) des Blutzuckerspiegels bei dieser Form der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus 3c) durch eine Diät erreicht werden.

In der Regel benötigen Patient*innen mit Diabetes 3c eine regelmäßige Insulintherapie zur Einstellung des Blutzuckers.

Minimalinvasive Therapie

Gallengang und der Pankreasgang

müden beide in ein gemeinsames Gangstück, durch das beide Sekrete in den Zwölffingerdarm ausgeschüttet werden. 

Gallensteine können durch die Verlegung des Gallenganges, dem Gallensaftrückstau und der damit verbundenen Einengung des Pankreasganges bzw. die Blockierung des Pankraessekret-Abflusses eine Pankreatitis auslösen.

Ist das der Fall, werden die Steine mittels ERCP entfernt.

Danach erholt sich die Bauchspeicheldrüse rasch, in den meisten Fällen sind keine weiteren Interventionen notwendig.

Pankreasgangsteine

sind die Folge und nicht die Ursache einer chronischen Pankreatitis oder einer Pankreasgangstenose.

Sie können jedoch zu einem Sekretstau führen und dadurch Pseudozysten oder Fisteln unterhalten.

Sie können wiederkehrende Krankheitsschübe verursachen oder durch den Sekretstau zur Schmerzsymptomatik beitragen.

Die endoskopische Therapie ist insbesondere zur Therapie von einzelnen Steinen geeignet.

Pseudozysten

d. h. flüssigkeitsgefüllte Hohlräume, müssen erst ab einer bestimmten Größe oder in Abhängigkeit von Beschwerden behandelt werden. Dies gelingt meist durch eine endoskopisch gelegte Drainage.​

Engstellen von Pankreas und Gallengängen

Bei den meisten chronischen Bauchspeicheldrüsen-Entzündungen (Pankreatitiden) ist eine entzündlicher Pankreaskopfschwellung (Pseudotumor) die Ursache

Als Folge der zunehmenden Vernarbung des Pankreas durch Entzündungsschübe können der Gallenausführungsgang und der Pankreasausführungsgang sowie das Duodenum (Zwölffingerdarm) eingeengt werden.

Diese Ergstellen können endoskopisch aufgedehnt (dialtiert) und mit entsprechenden Röhrchen (Stents) überbrückt werden.

Als Stent (Gefäßstütze) bezeichnen Mediziner ein Instrument, das zum Offenhalten von Gefäßen oder Hohlorganen dient in Form eines Röhrchens aus Kunstfasern oder Metall.

Mithilfe eines Stents lassen sich verengte Gefäße stabilisieren, nachdem sie erweitert wurden.

Die Gefäßstütze sorgt dafür, dass es nicht erneut zum Verschluss oder zur Verengung des Gefäßes kommt.

Darüber hinaus wird die Oberfläche des Innenraums des Gefäßes geglättet. 

Kommt ein Stent zum Einsatz, sprechen die Ärzte von einer Stentimplantation.

Die Stentimplantation zählt zu den wichtigsten Behandlungsmethoden bei Verengungen der Gallen- und Pankreasgänge.

In der Pankreasgangs-Behandlung werden Stents aus Kunststoff eingesetzt. 

​Pankreastents aus Kunststoff müssen alle 3 Monate ausgetauscht werden.

Mögliche Komplikationen sind Verschlüsse des Stents durch Sludge (Gallensekret).

Passiert das, wird der verschlossene Stent durch einen neuen Stent ausgetauscht. ​

 

Es ist bisher wissenschaftlich nicht eindeutig geklärt, ob eine Stenttherapie letztendlich zur Vermeidung einer Operation führt. 

Pankreatitis Austria Blog.