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Geschichte 

 

Das Pankreas wird erstmalig in einem babylonischen Talmud erwähnt.

Rufus von Ephesus (100 v. Christus) ist der Namensgeber für das Pankreas.

Das Wort setzt sich zusammen aus den griechischen Wörtern pan: gesamt und kreas : Fleisch.

Andreas Vesalius beschreibt bereits im 16. Jahrhundert die Anatomie des Pankreas recht genau. 

Der Name „Bauchspeicheldrüse“ wird in die medizinische Literatur eingeführt.

Das Pankreas-Enzym Trypsin wird im 19. Jahrhundert von Willy Kuhne entdeckt.

Im Jahr 1869 gelang es Paul Langerhans, die Aufgaben des Pankreas in eine endokrine und exokrine Funktion zur Regulation des Stoffwechsels und der Verdauung zu unterteilen. 

21. Jahrhundert 

Eine Pankreatitis kann in jedem Alter auftreten und betrifft auch die Jüngsten. Die häufigste Form der Erkrankung im Kindesalter ist die hereditäre, als gentisch bedingte, Pankreatitis. Die häufigste Form der chronischen Pankreatitis im Erwachsenenalter ist die idopathische, deren Ursache der Wissenschaft nicht bekannt ist.

Chronische Pankreatitis zählt zu den seltenen multiplen chronischen Erkrankungen. In der Europäischen Union gilt eine Erkrankung als selten, wenn nicht mehr als 5 von 10.000 Menschen von ihr betroffen sind. Statistische 3,5-23 von 1.000.000 Menschen erkranken jährlich neu an chronischer Pankreatitis (Quelle). Daten, die Auskunft darüber geben, wieviele Menschen in Österreich erkranken, sind nicht verfügbar.

 

Die Erkrankung chronische Pankreatitis stellen Betroffene vor erhebliche seelische und körperliche Herausforderungen, die den Lebensalltag ebenso betreffen wie das soziale und berufliche Umfeld. Diagnose und Behandlung der Erkrankung verlangen wiederholte mehrtägigen, oft auch wochen- oder monatelangen stationären Krankenhausaufenthalte.  33% aller Betroffenen können ihren erlernten Beruf nicht mehr ausüben. 40% aller Betroffenen werden auf Grund längerer Krankheitsphasen entweder arbeitsunfähig und - mit der Konsequenz eines massiven Einkommensverlustes - berentet.

Wie bei jeder selten Erkrankung sind Betroffene in der Behandlung auf spezialisierteMediziner*innen und Therapeut*innen angewiesen. 

 

Spezialist*innen für gastroenterologisch chirurgisch notwendige Maßnahmen sind auf unter dem Kapitel "Erwachsene" angeführt. Spezial-Ambulanzen und niedergelassene Ärzt*innen der Kinderheilkunde sind im Kapitel "Kinder" zu finden. 

 

Forschung zur Erkrankung fehlt. Bis auf zwei international randomisierte Studien zur Schmerzreduktion, welche die minimalinvasive Therapie der Stentlegung via ERCP mit der chirurgischen Behandlung vergleicht, fehlt weiterführende Forschung. Obwohl das Pankreas bereits seit der Antike bekannt ist, stützt sich auch im 21. Jahrhundert alles Wissen auf die Verlaufs-Beobachtung Erkrankter. 

 

Betroffene sind gefordert, die notwendigen Behandlung der Folgen dieser Erkrankung, die durch das klassifizierte medizinische Behandlungsschema nicht abgedeckt sind, meist selbst zu organisieren und zu finanzieren. In den S3 Leitlinien heißt es unter anderem: 

Statement 9 – 2-9

Ein Defizit an Vitaminen und Spurenelemente soll gezielt ausgeglichen werden.

[Evidenzgrad 2b, Empfehlungsgrad A, Konsens]

Kommentar 

Patienten mit chronischer Pankreatitis und exokriner Pankreasinsuffizienz nehmen weniger an Vitaminen und Spurenelemente zu sich, als für die tägliche Zufuhr empfohlen. So wurden gehäuft Mangelzustände für die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K sowie für Kalzium, Magnesium, Zink, Thiamin und Folsäure nachgewiesen. Eine verminderte Zufuhr wurde auch für Riboflavin, Cholin, Kupfer, Mangan, Schwefel beschrieben. Die Aufnahme von Vitamin C und Selenium lag innerhalb der empfohlenen Tageswerte, war aber geringer als bei gesunden Kontrollpersonen.

Meist zeigt sich zudem auch ein Mangel aller B Vitamine. Fehlen dem Organismus Vitamine und Spurenelemente, sind weitere Erkrankungen und ein aus dem Gleichgewicht gebrachtes Immunsystem die Folge. Mit auch beachtlichen Folgen für das Gesundheitssystem. Ungeachtet dieser Tatsachen stehen darauf abgestimmte Serumbestimmungen und Substitution von Vitamin und Spurenelementen nicht auf dem Behandlungsplan und müssen von Betroffenen selbst initiiert und finanziert werden. 

Das Wissen über die Erkrankungen "akute- und chronische Pankreatitis" und ihrer Folgen ist in der Öffentlichkeit stark verzerrt, mangel- und fehlerhaft. Aufklärung ist daher dringend notwendig, da bewiesen ist, dass chronische Pankreatitiden ein erhöhtes Risiko für Pankreaskrebs mit sich bringen. 

Ein psychosoziales Angebot innerhalb des Behandlungsschemas fehlt. Erkrankte stehen mit ihren seelischen Befindlichkeiten und der Bewältigung der Erkrankung alleine auf weiter Flur. 

Institutionen des Gesundheitswesens und Ministerien reagieren auf Anträge zum Leidwesen Betroffener nach wie vor meist mit Unkenntnis und Unverständnis. Es kostet Betroffene, durch die Erkrankung ohnedies physisch und psychisch geschwächt, extrem viel Überzeugungskraft, nach meist viel zu langer Zeit vielleicht doch zu ihrem Recht zu kommen. 

Informationen über die Erkrankung im Internet und darüber hinaus finden meist nur als Nebenschauplatz im "Schatten" des dominanten Themas "Pankreas-Karzinom" statt. Beide Erkrankungen betreffen das gleiche Organ und sind doch grundunterschiedlich. Daher ist es wünschenswert und erforderlich, Informationen zur Erkrankung Pankreatitis gesellschaftlich und wissenschaftlich präsenter zu gestalten.