• Was muss ich bei meiner Ernährung beachten?

  • Wann muss ich Enzyme einnehmen und wieviel?

  • Was darf ich auf keinen Fall essen?

  • Wieviel Fett dar ich zu mir nehmen und welches?

  • Ist Süßes erlaubt?

Hauptsache, es schmeckt

Luftaufnahme von Backzutaten

Welche Lebensmittel und Gewürze Sie gut vertragen, können nur Sie selbst durch vorsichtiges Ausprobieren und Beobachten herausfinden. Bleiben Sie geduldig dabei, es zahlt sich aus!

Betroffene einer Fruktoseintoleranz, Laktoseintoleranz, Histaminintoleranz, NAFLD, finden hier Zusatzinformationen.

 

Stoffwechsel - Metabolismus

Energie wird gewonnen durch die Verstoffwechslung von Fetten, Kohlehydraten und Eiweißen.

Der Stoffwechsel beginnt nach dem Ab- und Umbau der Nahrungsbestandteile zu Verbindungen, die über die Darmschleimhaut in die Blutbahn aufgenommen und damit zu den Zellen transportieren werden. 

Der Stoffwechsel – auch Metabolismus genannt – ist die Grundlage aller lebenswichtigen Vorgänge im Körper, der maßgeblich durch Hormone - auch durch Pankreas-Hormone - gesteuert wird.

Damit sorgt der Organismus ständig für sich selbst, indem er zugeführte Nährstoffe, Vitamine, Mineralien und Spurenelemente nutzt oder auf körpereigene Reserven zurückgreift, die er verstoffwechselt. 

Im katabolen Stoffwechsel werden chemisch komplexe Stoffe gelöst zu einfacheren und einfachsten Verbindungen,

  • Fette werden gelöst zu Fettsäuren und Glycerin

  • Kohlenhydrate werden gelöst zu Vielfach- und anschließend zu Einfachzucker

  • Proteine (Eiweiße) werden gelöst zu Aminosäuren

Genau umgekehrt zum katabolen Stoffwechsel bauen Zellen während des anabolen Stoffwechselsaus aus den einfachen Grundbausteinen:

  • Fettsäure, Glycerin, Einfachzucker und

  • Aminosäuren

körpereigene Bestandteile wie Hormone, Enzyme, Vesikel (Transportbläschen innerhalb der Zellen), DNA und 50 Millionen Zellen pro Sekunde.

Essen und Trinken

  • mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt

  • Verdauungsenzyme währende des Essens einnehmen 

  • Mahlzeiten in Ruhe einnehmen und langsam essen

  • Sie nicht zu heiße bzw. kalte Speisen essen und trinken

  • Probieren unbekannter Gerichte nur in kleinen Mengen auf ihre Verträglichkeit

  • Verzicht auf alkoholische und auch auf kohlensäurehaltige Getränke, da Kohlensäure bläht

  • Stilles Wasser oder Leitungswasser trinken - über den Tag verteilt 2 bis 2,5 Liter

  • Speisen bei möglichst niedriger Temperatur garen, möglichst kurz und in wenig Wasser. So bleiben die Nährstoffe am besten erhalten. Vermeiden Sie zu starkes Anbraten - die Röststoffe könnten die Verträglichkeit von Speisen verschlechtern. 

  • Probieren Sie, beobachten Sie, welche Nahrungsmittel Sie gut vertragen und welche Sie besser meiden sollten

  • auf ausreichende Zufuhr fettlöslicher Vitaminen A,D,E,K achten - von Zeit zu Zeit Vitaminstatus mittels Labor überprüfen, da bei einer Pankreasinsuffizienz eine Unterversorgung dieser Vitamine auftreten kann

  • Bei Gewichtsverlust:energie- und eiweißreich essen. Bei großem Gewichtsverlust und schlechter Nahrungsverwertung kann hochkalorische eiweißreiche Trinknahrungen helfen, die erforderlichen Nährstoffe und Energie zu zuführen.

  • Fettreiche und ballaststoffreiche Speisen haben grundsätzlich eine längere Verweildauer im Magen und werden nur langsam verdaut. Dadurch können unangenehme Beschwerden wie Druck, Völlegefühl, Blähungen etc. auftreten. Weiche oder gut gekaute Lebensmittel und kleine Nahrungsportionen haben grundsätzlich eine kurze Verweildauer im Magen.

Nehmen Sie sich Zeit und genießen Sie Ihr Essen!

Schalten Sie alle Geräte ab, die Sie ablenken könnten und gönnen Sie sich eine genussvolle Mahlzeit.

Wieviel Fett darf ich zu mir nehmen und welches?

Fette sind nicht nur erlaubt sondern sogar erwünscht.

Unser Organismus braucht Fette!  

Fette sind Geschmacksträger.

Die Vitamine A,D,E,K sind fettlöslich und können nur mit Fetten als Träger vom Körper aufgenommen werden.

 

Eine Reduktion von Fetten in unserer Nahrung führt zu einer niedrig kalorischen Ernährung.

Das begünstig die Entwicklung einer Unter- bzw. Mangelernährung.

 

  • Wählen Sie lieber leicht verdauliche Fette wie Butter, Margarine und Pflanzenöle.

  • Die empfohlene Menge schwankt zwischen 70g und 100 g am Tag.

  • Gans, Stelze, in Schmalz Gebackenes, Frittiertes oder sehr fette Desserts mit Mascarpone oder Schlagobers am Besten vorsichtig ausprobieren. 

  • Erst wenn sich trotz ausreichender Pankreasenzym-Substitution eine Fettunverträglichkeit zeigt, sollte die Fettzufuhr reduziert oder auf MCT-Fette umgestellt werden. Bei „MCT-Fetten“ handelt es sich um mittelkettige Triglyceride, die ohne Pankreasenzyme verdaut werden können. Die Verwendung von MCT-Fetten sollte langsam gesteigert werden, da bei zu hoher Dosierung Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen auftreten können. Es wird empfohlen, mit 10-20g MCT-Margarine oder –Öl pro Tag zu beginnen. Unter Enzymgabe sollten MCT-Fette nicht genommen werden.

  • Für Fragen wenden Sie sich am Besten an Ihre Diätologin, an Ihren Diätologen!

 

Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente

Menschen mit chronischer Pankreatitis und exokriner Pankreasinsuffizienz nehmen oft weniger Vitamine und Spurenelemente zu sich, als empfohlen wird. Dadurch kann es zu Mangelzustände für fettlösliche Vitamine A, D, E und K sowie für Kalzium, Magnesium, Zink, Thiamin und Folsäure kommen.  Riboflavin, Kupfer, Mangan, Schwefel-Werte können zu niedrig sind. Vitamin C und Selenium-Werte liegt oft innerhalb der empfohlenen Tageswerte, sind aber niedriger als bei gesunden Menschen. 

Ein Mangel an Vitaminen und Spurenelemente soll daher gezielt ausgeglichen werden! Da eine Überdorsierung von Mikronährstoffen ebenso schädlich sein kann wie eine Unterversorgung ist es ratsam, eine Mikronährstoff-Supplementation durch erfahrene Ärzt*innen (Allgemeinmediziner*innen, Ernährungsmediziner*innen /Orthomolekularmediziner*innen) vorzunehmen.  

Was zeigt die Erfahrung anderer?

Die Erfahrung zeigt, dass folgende Lebensmittel häufig schlecht vertragen werden

Hülsenfrüchte, Gurkensalat, frittierte Speisen, Weißkohl, Getränke mit Kohlensäure, Grünkohl, fette Speisen, Paprika, Sauerkraut, Rotkraut, süße und fette Backwaren, Wirsing, Zwiebeln, Pommes frittes, hartgekochte Eier, frisches Brot, Kaffee, Kohlsalate, Mayonnaise, Geräuchertes, Stelze, zu stark gewürzte Speisen, zu heiße und zu kalte Speisen, stark angebratene Speisen, Pilze, Lauch, Spirituosen, unreifes Obst, grüne Birnen, unreife Bananen (blähen).

Besser verträglich sind meist Weiß- und Mischbrot, Kartoffel, Nudeln, Reis, Knödel, gedünstetes/r oder gekochte/r Fleisch / Fisch, Tee, reife Bananen, reifes Obst, Honig, Marmelade, Tomaten, Blattsalate, Brühwurst, Schnittkäse, Camembert, Topfen, Butter, Milch, Joghurt, Hefegebäck, Biskuit.

Ist Süßes erlaubt?​

  • Zucker und zuckerhaltige Lebensmittel in Maßen, insbesondere dann, wenn Sie Diabetiker*in sind. In diesem Fall sollten sie Zucker und Zuckerhaltiges NIE isoliert, z.B in Getränken, zu sich nehmen, sondern IMMER in Kombination mit anderen Nährstoffen einer Mahlzeit. 

  • Bei Diabetes mellitus und neu begonnener oder erhöhter Enzymeinnahme sollten die Blutzuckerspiegel vorübergehend engmaschiger, also öfter kontrolliert werden, weil die verbesserte Kohlenhydrataufnahme zur Hyperglykämie führen kann. 

Für eine gute Diabetseinstellung, die bei Diabetes Mellitus 3c besonders wichtig ist, wenden Sie sich am besten an die Endokrinologischen Abteilungen Ihrer Klinik.

Trinken Sie mindestens 2 / 2,5 Liter stilles Wasser pro Tag.

Stilles Mineralwasser ist reich an Spurenelementen.

Tees sind auch Heiltees. 

Verzichten Sie auf Alkohol, der das Pankreas bereits in kleinen Mengen schädigen kann.

Wann muss ich Enzyme einnehmen und wieviel?

Pankreasenzym-Präparate enthalten Pankreas-Enzyme zur Kohlenhydrat-, Eiweiß- und vor allem zur Fettverdauung.

Die Einnahme von Enzympräparaten soll während des Essens im ersten Viertel der Mahlzeiten, bei größeren Mahlzeiten auf die Mahlzeit verteilt erfolgen.

Die Einnahme vor oder nach dem Essen verfehlt die Wirkung!  

Dosierung

  • Die Dosierung der Enzyme richtet sich nach der Portionsgröße und dem Fettgehalt der Mahlzeiten.

  • Die Dosierung von Pankreasenzymen erfolgt individuell, auf Verordnung des Arztes und vor allem auf Grund Ihrer Beobachtung, wie es Ihnen nach dem Essen mit der eingenommen Pankreasenzym-Dosis geht.

  • Zur Orientierung werden 25.000 bis 100.000 pro Hauptmahlzeit und ca. 10.000 bis 40.000 IE pro Zwischenmahlzeit empfohlen. 

Woran ist zu erkennen, dass die Enzymdosis zu gering ist?

Verdauungsbeschwerden, Fettstühle, Blähungen, Völlegefühl, Bauchschmerzen​, Gewichtsverlust trotz normaler Portionen zum Essen, ein zu niedriger Vitaminspiegel der Vitamine A,D,E,K können die Folge von zu geringer Enzymeinnahme sein.

In diesem Fall wenden Sie sich an eine Diätologen, eine Diätologin, um die Dosis anzupassen.

REZEPTE 

der "Leichten Vollkost", Rezepte der "Schonkost" und auch Rezepte für Reizdarm-Betroffene sind empfohlen und bieten eine umfangreiche Auswahl an schmackhaften und bekömmlichen Gerichten.