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Insgesamt resultiert aus einem Mangel an Verdauungsenzymen eine unzureichende Aufspaltung verschiedener Nahrungsbestandteile. Das Darmlumen ist die lichte Weite (Lumen) des Darms, d.h. der freie, normalerweise mit Speisebrei oder Stuhl ausgefüllte Raum innerhalb der Darmschlingen. Durch eine exokrine Pankreasinsuffizienz verbleiben im Darmlumen unterschiedlich konzentrierte Mengen hochmolekularer Fette und Eiweiße, die nicht resorbiert werden und somit in unphysiologischen Mengen in die tieferen Darmabschnitte gelangen. Hier bekommt nun die fett- und eiweißverstoffwechselnde Darmflora Zugriff auf die unzureichend ausgenutzte aufgenommene Nahrung (Ingesta), wodurch diese aufwuchert. Die Folge: die Aktivität der Fäulnisflora nimmt zu, wodurch vermehrt Stoffwechselgifte gebildet werden. Der daraus resultierende Anstieg des pH-Wertes im Darmlumen beeinträchtigt die darmeigene Entgiftungskapazität, so dass der Organismus aus dem Darmlumen subtoxisch belastet wird. Neben Meteorismus und allgemein starken gastrointestinalen Befindlichkeitstörungen kann es nun aufgrund einer vermehrten Bildung biogener Amine zu einer Verschärfung der Problematik kommen. 

Biogene Amine entstehen in erster Linie beim Abbau eiweißhaltiger Nahrungsmittel. Charakteristisch für Aminosäuren sind - wie der Name schon sagt - eine stickstoffhaltige Amino-Gruppe und eine Carboxylgruppe, die für den Säurecharakter verantwortlich ist. Amine entstehen durch die Abspaltung dieser Säuregruppe, was im intestinalen Bereich durch die Aktivität großer Massen diverser Bakterienspezies forciert wird. Der bekannteste Vertreter unter den biogenen Aminen ist das Histamin, ferner sind u.a. Putrescin, Ethanolamin, Cadaverin, Spermidin und Tyramin zu nennen.

Nahrungshistamin, ruft die gleichen Erscheinungen wie körpereigenes Histamin hervor, das im Rahmen allergischer Reaktion im Organismus freigesetzt wird. Histamin-Vergiftungen werden daher häufig als Nahrungsmittel-Allergien fehldiagnostiziert. Besonders kritisch ist die Situation bei Betroffenen, die unter einer unzureichenden Bildung des Enzyms Histaminase leiden. Histaminase hat die Aufgabe, Histamin zu inaktivieren. Ein Histaminasedefizit zieht also eine erhöhte Histaminkonzentration im Darmlumen nach sich. Von besonderem Interesse sind in diesem Zusammenhang die Mikronährstoffe Magnesium, Zink und Vitamin B6, da sie für Bildung der Histaminase bzw. für die Bindung von Histamin essentiell sind. Die genannten Elemente sind nicht nur bei Betroffenen mit einer exokrinen Pankreasinsuffizienz hinsichtlich einer optimalen Versorgung als kritisch anzusehen, sondern gelten allgemein als „Problemnährstoffe“. Ähnlich wie ein sekundärer Lactasemangel kann sich bei PatientInnen mit latent entzündlichen Darmschleimhautveränderungen - z.B. im Rahmen von Infekten oder bei nahrungsmittelallergischen Reaktionen - ein vorübergehendes, sekundäres Histminase-Defizit entwickeln. Darüber hinaus können verschiedene Substanzen die Histaminaseaktivität hemmen. Dies lässt sich beispielsweise bei Alkohol und seinem Abbauprodukt Acetaldehyd beobachten. Letztlich führt auch ein ungünstiger intestinaler (intestinal - den Darm betreffend) pH-Wert, wie bei allen Enzymen, zu einer Beeinträchtigung der Histaminaseaktivität. 

Zur Vermeidung der Bildung biogener Amine im Darm ist also eine vollständige Verdauung der Nahrungseiweiße unerlässlich. Unter den Bedingungen der exkretorischen Pankreasinsuffizienz ist somit die Zufuhr von Basen sinnvoll, um die Verdauungsenzyme sowie die Histaminase hinreichend zu aktivieren und den Basenmangel auszugleichen. Entscheidend für die Wirkung und das Ausbleiben von Nebenwirkungen bei der oralen Basenzufuhr ist eine magensaftresistente Verkapselung (BicaNorm , Fresenius).Dieser Aspekt ist deshalb von besonderer Bedeutung, weil die Magensäure durch Natriumhydrogencarbonat in Kohlendioxid und Kochsalz umgewandelt wird. Die hieraus entstehende Anazidität (Mangelerscheinung von Salzsäure im Magen) des Magens verstärkt die gastrointestinalen Störungen mit der Folge einer unzureichenden Verdauung und Verweildauer der Speisen im Magen.

Darüber hinaus ist auch zu berücksichtigen, dass die Pankreasenzyme auch am Abbau von im Darm gebildeten allergiespezifischen Antikörper - IgE - beteiligt ist. Gesamt IgE: Gesamtheit der Allergie-Antikörper im Blut. Es handelt sich dabei um Antikörper der Klasse Immunglobulin-E. Der Normalwert für Gesamt IgE ist bei Kindern vom Alter abhängig, bei Erwachsenen sollte der Wert unter 100 liegen. Eine Erhöhung des Wertes deutet auf eine „Allergieneigung“ hin. Bei Allergikern sind die Werte für Gesamt IgE fast immer erhöht. Daher können die IgE Werte im Blutserum erhöht sein, obwohl keine spezifische Allergie (Nahrungsmittelallergie, Tierspeichel, Hausstaubmilm ben,...) durch einen Allergietest nachweisbar ist.

Bei mittleren und schweren exkretorischen Pankreasschwächen ist eine Substitution von 10.000 bis 100.000 Einheiten Lipase pro Mahlzeit erforderlich. Allerdings gilt gerade bei schweren Insuffizienzen zu beachten, dass sich die Wirkung der substituierten Enzyme nur dann optimal entfalten kann, wenn im Bereich des Duodenums ein alkalisches Milieu vorherrscht. Somit macht es Sinn, Betroffenen neben der Enzymsubstitution Basen z.B. in Form von Natriumhydrogencarbonat zu verabreichen.

Bei einer Histaminintoleranz  ist es neben dem Weglassen histaminhaltiger oder Histaminabbau hemmender Lebensmittel sehr! wichtig auf die Unverträglichkeit von Medikamenten zu achten, die Histamin freisetzten können (Liberatoren) und die auch bei MRCPs und ERCPs und Operationen eine Rolle spielen. Besprechen Sie das unbedingt mit Ihren behandelnden ÄrztInnen. 

Literatur:

Martin, M.: Gastroenterologische Aspekte in der Naturheilkunde; Ralf Reglin Verlag, Köln 2000
Martin, M.: Labordiagnostik für die Naturheilpraxis; Aescura im Verlag Urban & Schwarzenberg, München 1998
Raithel, M. et al.: Stimulation der Immunglobulin-E-Bildung bei chronischer Pankreatitis durch Alkoholauf- nahme und exokrine Pankreasinsuffizienz; Z. Gastroenterol 2001; 39:269-276; Georg Thieme Verlag, Stuttgart

Allergieambulatorium Reumannplatz

Eine exokrine Pankreasinsuffizienz kann darüber hinaus zu Laktoseintoleranz und Furctosemalabsorption führen. Eine Milchzuckerunverträglichkeit (Lactose=Milchzucker) kann angeboren (primär) oder erworben (sekundär) sein und durch eine Fehlbesiedlung des Darms, ausgelöst durch Antibiotika und andere Medikamenten, verstärkt werden. Mit einer Laktoseintoleranz vergesellschaftet ist häufig eine Fructosemalabsorption, fälschlicherweise Furctoseintoleranz genannt. Ausgelöst wird eine Fructosemalabsorption durch eine Fehlbesiedlung des Darms. 

Während es sich bei der Fruktoseintoleranz um einen angeborenen Enzymdefekt handelt, ist die Fruktosemalabsorption durch ein defektes Mono- saccharidtransportsystem im Dünndarm gekenn- zeichnet. Bei der Fruktosemalabsorption kann Fruktose nur begrenzt oder gar nicht aus dem Dünndarm resorbiert werden. In der Folge treten hohe Konzentrationen an Fruktose vom Dünndarm in den Dickdarm über. Die über die Nahrung aufgenommenen Kohlenhydrate werden durch enzymatische Aktivität in Oligo- und Monosaccharide aufgespalten, die dann durch entsprechende Transportproteine in bzw. durch die Dünndarmzelle transportiert werden. Die Transportfamilie, die für Monosaccharide zuständig ist, wird nach der Reihe ihrer Entdeckung als GLUT 1 bis GLUT 11 bezeichnet (siehe Tabelle 2). Daneben gibt es noch ein aktives Transportsystem mit der Bezeichnung SGLT1, welches bevorzugt Glucose in die Dünndarmzelle transportiert und wahrscheinlich das leistungsfähigste Glukosetransportsystem des Darmes ist. Der GLUT-5-Transporter ist jenes Transportsystem, welches bevorzugt Fruktose aus dem Darmlumen in die Dünndarmzelle trans- portiert und offenbar der limitierende Faktor für die Resorptionskapazität von mit der Nahrung aufgenommenem Fruchtzucker darstellt. Ein Defekt dieses GLUT-5-Transportsystems äußert sich in einer eingeschränkten Resorptionskapazität für Fruchtzucker und führt zum klinischen Bild der Fruktosemalabsorption.

Bei der Fruktosemalabsorption kann Fruktose nur begrenzt oder gar nicht aus dem Dünndarm aufgenommen werden. In der Folge treten hohe Konzentrationen an Fruktose vom Dünndarm in den Dickdarm über. Auch bei der Fruktosemalabsorption sieht man wie beim Reizdarmsyndrom häufig psychische Veränderungen, die jedoch meistens typische Serotoninmangelsymptome darstellen. Als Ursache dafür kann angenommen werden, dass die Fruktosemalabsorption mit einer Resorptionsstörung der essentiellen Aminosäure Tryptophan einhergeht und es daher zu einer chronischen Tryptophandepletion kommt. L-Tryptophan bildet eine Vorstufe, aus der Vitamin B3 synthetisiert werden kann – damit fungiert es als Provitamin. Unter Mitwirkung von L-Tryptophan baut der Organismus diverse Proteine auf. Tryptophan ist als Vorläufer für die Bildung verschiedener Botenstoffe verantwortlich: vor allem für das oft als „Wohlfühlhormon“ bezeichnete Serotonin und das für den Schlafrhythmus bestimmende Melatonin. L-Tryptophan wird nicht direkt in Serotonin umgewandelt, sondern über einige Zwischenschritte: Zunächst überführen Stoffwechselprozesse es durch das Enzym Tryptophan-Hydroxylase (TPH) in eine Form, die als 5-Hydroxytryptophan, kurz 5-HTP, bezeichnet wird. Dieser entscheidende Syntheseschritt kann durch verschiedene Faktoren negativ beeinflusst werden. Magnesiummangel, Vitamin B3- und Vitamin B6-Mangel, Insulinresistenz und Stress hemmen den Umbau von L-Tryptophan in 5-HTP. 5-HTP wird schließlich durch das Enzym Hydroxytryptophan-Decarboxylase in Serotonin überführt. Als Cofaktor bestimmt das Vitamin-B6-Derivat Pyridoxalphosphat die Aktivität des serotoninbildenden Enzyms.

Vitaminmangel und Spurenelementmangel bei Fruktosemalabsorption Betroffene mit Fruktosemalabsorption zeigen vor allem ab einem Alter von ca. 35 Jahren signifikant niedrigere Serum–Folsäurekonzentrationen als Personen ohne Fruktosemalabsorption. Wie dieser Mangel an Folsäure zustande kommt, ist nicht geklärt. Nachdem man aber weiß, dass die Art der bakteriellen Besiedelung des Darmes einen wesentlichen Faktor in der Versorgung des Menschen mit Folsäure darstellt, kann angenommen werden, das eine Abnahme der Folsäurekonzentration bei Patienten mit Fruktosemalabsorption zumindest teilweise durch eine geänderte Darmflora bedingt ist. Durch die ständige Anflutung von nicht resorbierter Fruktose in den distalen Darmabschnitten ist jedenfalls mit einer wesentlichen Änderung der Darmflora zu rechnen.

Auch für Zinkmangelzustände konnte ein Zusammenhang mit der Fruktosemalabsorption gefunden werden. Zink ist ein essenzielles Spurenelement. Das bedeutet, dass es unser Körper nicht selbst herstellen kann. Wir müssen es regelmäßig über die Nahrung zuführen, denn es wird für zahlreiche Stoffwechselprozesse benötigt. In rund 50 Enzymen, das sind Beschleuniger chemischer Reaktionen im Körper, ist Zink enthalten; an der Funktion etwa 300 weiterer beteiligt. Als zellschützendes Antioxidans stärkt es unser Immunsystem gegen Allergien und Infekte. Es ist bedeutend für einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt, wichtig für das Wachstum sowie für Haut, Haare und Nägel. Botenstoffe wie Insulin und Testosteron werden nur bei ausreichender Zinkversorgung produziert. Da Zinkmangel zu Wachstums- und Entwicklungsverzögerungen führen kann, ist die ausreichende Versorgung im Kindes- und Jugendalter besonders wichtig. Zusätzlich spielt Zink eine wichtige Rolle bei der Zellteilung. Nicht zuletzt daher rührt auch seine positive Wirkung auf die Haut, die seit Langem durch den Einsatz von Zinksalben genutzt wird. Nach Verletzungen oder Operationen ist Zink für die Wundheilung unabdingbar, damit das Gewebe rasch wieder zusammenwächst. Es wirkt antiviral und verbessert gleichzeitig die Schleimhautstruktur, sodass Viren nicht so leicht eindringen oder sich anheften können. Dadurch kann Zink auch die Dauer von Erkältungen verkürzen. Seine entzündungshemmende Eigenschaft hilft nicht nur bei zahlreichen Hauterkrankungen wie Akne, Schuppenflechte und Neurodermitis, sondern auch bei Entzündungen der Magen- und Darmschleimhaut. Bei Leberzirrhose und Diabetes mellitus liegt häufig ein Zinkmangel vor, der ausgeglichen werden sollte. Ein erhöhter Bedarf besteht außerdem bei Schwangeren und Stillenden, bei geschwächtem Immunsystem und regelmäßigem Alkoholkonsum. Darüber hinaus sollten Frauen, die Östrogenpräparate einnehmen, auf eine ausreichende Zinkzufuhr achten. Auch körperliche Mehrbelastung und Stress erhöhen unseren Zinkbedarf.

Durch eine Darmsanierung und entsprechende diätologische Ernährungsanpassung können Symptome wie Meteorismus, Flatulenz und Übelkeit gelindert bzw. vermieden werden. Fruchtzucker ist nach der Fructose-Karenzphase in der Test- und Langzeiternährung mit Maß und Ziel dennoch gestattet und sogar erwünscht, da der Organismus sonst seine Funktion, Fructose abzubauen, gänzlich einstellt. 

ACHTUNG! ist aber vor allem während der sogenannten Nahrungskarenz geboten, wenn es um Medikamente geht. In dieser einige Tage dauernden Karzenphase wird durch Weglassen aller möglichen zuckerhaltigen Lebensmittel mit Ausnahme von Traubenzucker und anschließendem vorsichtigen Ausprobieren herausgefunden, was gut verträglich ist und was weniger. Die Trägerbasis vieler Medikamente besteht aus Zucker, Zuckeralkoholen und Zuckereraustauschstoffen. Auch Zahnpasten enthalten meist Zuckeralkohole (Sorbit).

Ein regelmäßiger Vitamin- und Spurenelemen-Check (Blutserum) gibt Sicherheit. Gegebenenfalls können fehlende Nährstoffe durch orthomolekulare Therapiemaßnahmen ergänzt werden. Diese Therapiemaßnahme muss in Absprache mit einem Arzt durchgeführt werden, da ein Überdosierung mancher Vitamine, wie alles, was zu viel ist, gefährlich ist. Schon Paracelsus sagte: Alle Ding' sind Giftund nichts ohn' Gift - allein die Dosis macht, das ein Ding' kein Gift ist.

Fettlösliche Vitamine

A, D, E, K

Quelle: 

Bauchspeicheldrüse-Info.de

pankreatopriver  Diabetes mellitus - Diabetes mellitus 3c

Quelle: 

Patienten-Bibliothek Deutschland

Pankreasinsuffizien -Ursache für Veränderungder Darmflora?

Quelle: 

natuma.de

Fructosemalabsorption

Symptome, Diagnose, Behandlung

Quelle: 

gesundheit.gb.at

Ernährungsempfehlung

HIT, Fructose, Laktose, Diabtes

Quelle: 

Verband der Diätologen Österreichs

Histaminintoleranz

bei exokriner Pankreasinsuffizienz

Pankreasinsuffizien und  Diabetes mellitus

Quelle: 

Österreichische Diabetes-Gesellschaft

Fructosemalabsorption

Ursachen, Folgen, Therapie

Quelle: 

M. Ledochowski, H. Bair, V. Gulfer

Fructosemalabsorption und nicht alkoholische Fettleber und Depression

Quelle: 

Ernährung im Fokus

Ernährungsempfehlung

bei Laktose-, Fruktose- und Histaminintoleranz

Quelle: 

Eva - Versicherungsungsanstalt Öffentlicher Bediensteter

Liste unverträglicher Medikamente bei HIT

 

Exokrine Pankreasinsuffizien und  Diabetes mellitus

Quelle: 

Österreichische Diabetes-Gesellschaft

Fructosemalabsorption

"Fructoseintoleranz"

Quelle: 

bva - Versicherungsungsanstalt Öffentlicher Bediensteter

Lactoseintoleranz

Milchzucker-unverträglichkeit

Quelle: 

Verband der Diätologen Österreichs

Ernährungseberatung

WGkk

Quelle: 

WGkk

Eine exokrine Pankreasinsuffizienz, also der Mangel an Verdauungsenzymen auf Grund des Zellverlustes enzymproduzierender Zellen und ein Diabetes mellitus Typ 3c auf Grund einer endokrinen Pankreasinsuffizien, einer zu geringen Zahl an hormonproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse, sind mögliche Folgeerkrankungen einer Pankreatitis. Je nach der Menge an verlorenen exokrinen und endokrinen Zellen fallen diese Folgeerkrankungen unterschiedlich aus. 

Eine exokrine Pankeasinsuffizienz kann zu einer Mangelversorgung der fettlöslichen Vitaminen A, D, E und K führen, die an Fette binden und daher nur in Verbindung mit Fetten vom Organismus aufgenommen und verwertet werden können.

Vitamin A ist sehr wichtig für Wachstum und Vitalität unseres  Körpergewebes,  die Schleimhäute, Sehkraft, Hauterneuerung und Stärkung des Immunsystems. In natürlicher Form kommt Vitamin A in Lebensmitteln wie Fischlebertran, Eigelb oder Vollmilch, auch L-Vollmilch vor. Es kann jedoch auch vom Körper aus Beta-Carotin aufgebaut werden. Diese sind in Karotten, Kürbis, Brokkoli oder rotem Paprika zu finden. Zu viel Licht und zu starkes Erhitzen können den Vitamingehalt beeinträchtigen. Ein Mangel durch Unterversorgung macht sich nach etwa zwölf Monaten bemerkbar. Das Sehvermögen lässt nach und der Organismus wird anfällig für Erkältungen. Weitere Anzeichen für einen Mangel sind Müdigkeit, Eisenmangel, Wachstumsstörungen, Nachtblindheit oder verminderte Regenerationsfähigkeit der Haut.

Empfohlene tägliche Zufuhr (nach DGE):  Erwachsene über 19 Jahre 0,8-1,0 mg

Achtung ! Wird zu viel Vitamin A aufgenommen, können Erbrechen, Haarausfall, Nasenbluten oder eine Unterfunktion der Schilddrüse auftreten.

Vitamin D ist sehr wichtig für den menschlichen Körper, denn die Vitamine D2 und D3 wirken als Hormone und können bei ausreichender Bestrahlung durch die Sonne vom Körper selbst produziert werden. Auch einige Lebensmittel wie Lebertran, verschiedene Meeresfische, Champignons und Avocados enthalten Vitamin D, allerdings wesentlich weniger als bei einer Eigenherstellung durch Sonnenstrahlung. Vitamin D übernimmt eine wichtige Rolle im Kalziumhaushalt und reguliert den Ab- und Aufbau der Knochen. Bei ungenügender Sonneneinstrahlung, wie z. B. in den Wintermonaten, leiden viele Menschen an Vitamin D Mangel, sodass der Körper deutlich anfälliger für verschiedene Krankheiten wie zum Beispiel für Osteoporose wird.

Empfohlene tägliche Zufuhr (nach DGE): Jugendliche und Erwachsene 10-65 Jahre 5 µg / Erwachsene über 65 Jahre 10 µg

Vitamin E ist vor allem für seine Fähigkeit als Radikalenfänger bekannt, sodass das Risiko, an Krebs zu erkranken, durch die regelmäßige Zufuhr von Vitamin E reduziert werden kann. Außerdem brauchen wir Vitamin E zur Erneuerung der menschlichen Zellen und es hemmt Entzündungsprozesse im Körper und stärkt damit unser Immunsystem. Vitamin E kommt vor allem in Vollkornprodukten, Blattgemüse und pflanzlichen Ölen (Weizenkeimöl, Olivenöl, Sonnenblumenöl) vor. Mangelanzeichen sind Müdigkeit, Reizbarkeit, innere Unruhe oder Konzentrationsstörungen, Störungen des Nerven- und Muskelstoffwechsels, schlechtere Funktionen des Immunsystems.

Empfohlene tägliche Zufuhr (nach DGE) : Erwachsene über 19 Jahre 11-15 mg

Vitamin K dient der Regulation der Blutgerinnung und spielt außerdem eine wichtige Rolle für den Knochenstoffwechsel. Es ist ubiquitär und in sehr vielen Lebensmitteln wie etwa Blattgemüse, Zwiebeln, Mangold, Kohl oder auch Schweine- oder Hühnerfleisch, Eiern oder Milch zu finden. Ein Mangel ist bei Erwachsenen daher relativ selten. Lediglich bei Menschen, die unter Osteoporose leiden oder Alkoholikern mit Leberschädigung kann es erforderlich sein, Vitamin K zusätzlich über Vitaminpräparate zu ergänzen. Eine Überdosierung ist hierbei nicht möglich, denn zu viel verabreichtes Vitamin K wird ausgeschieden und führt nicht zu Schädigungen.

Empfohlene tägliche Zufuhr (nach DGE):
Erwachsene über 19 Jahre 60-80 µg

Ein relevanter Anteil (5–10 %) aller Diabetesfälle wird durch Pankreaserkrankungen verursacht, diese werden als Diabetes mellitus Typ 3c klassifiziert. Die häufigste Erkrankung hierbei ist die chronische Pankreatitis. Durch oralen Pankreasenzymersatz können die Bildung von Inkretinen und dadurch die Insulinsekretion verbessert werden. Betroffenen Patient*innen brauchen in der ­Regel dringender Insulin als Typ-2-Diabetiker*innen. Wichtig ist daher eine Diabetes Typ 3c gerechte therapeutische Diabetes-Schulung und -versorgung. 

 

Für nähere informationen wenden Sie sich am Besten an die diätologische Abteilung Ihrer Klinik oder/und an ein diätologische Ambulanzen Ihrer Gebietskrankenkasse. Im Bereich Netzwerk finden Sie Links zu Selbsthilfegruppen und im Bereich Ernährung bei Intoleranzen finden Sie Rezepte und Erfahrungsberichte von Selbst Betroffenen..