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Eine exokrine Pankreasinsuffizienz, also der Mangel an Verdauungsenzymen als Folge des Zellverlustes enzymproduzierender Zellen und ein Diabetes mellitus Typ 3c auf Grund einer endokrinen Pankreasinsuffizienz, also einer zu geringen Zahl an hormonproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse, sind mögliche Folgeerkrankungen einer Pankreatitis. Je nach der Menge verlorener exokriner und endokriner Zellen fallen diese unterschiedlich aus. 

Durch eine exokrine Pankreasinsuffizienz verbleiben im Darmlumen unterschiedlich konzentrierte Mengen hochmolekularer Fette und Eiweiße, die nicht aufgenommen (resorbiert) werden und somit in unphysiologischen Mengen in die tieferen Darmabschnitte gelangen. Die Folge daraus ist die Bildung biogener Amine, es entwickelt sich eine sogenannte Histaminintoleranz (> Histaminintoleranz bei Pankreasinsuffizienz). Histamin wirkt als Gewebshormon, Neurotransmitter und Botenstoff und als Vermittler (Mediator) ist es ein Teil des Immunsystems. Als Bestandteil einer Immunantwort auf eine Bedrohung durch körperfremde Stoffe wird es von bestimmten weißen Blutkörperchen und von Mastzellen freigesetzt (siehe > Pankreatitis). Bei einer Histaminintoleranz ist es neben dem Weglassen histaminhaltiger oder Histaminabbau hemmender Lebensmittel wichtig, auf die Unverträglichkeit von Medikamenten zu achten, die Histamin freisetzten (Liberatoren) und es ist auch wichtig, Medikamente zu vermeiden, die den Abbau von Histamin vermindern. Eine Liste mit belastenden Medikamenten und einigen besser verträglichen Medikamenten finden Sie hier >Besprechen Sie eine Histaminintoleranz unbedingt mit Ihren behandelnden ÄrztInnen und DiätologInnen. 

Darüber hinaus sind Pankreasenzyme auch am Abbau von im Darm gebildeten allergiespezifischen Antikörper beteiligt. Es handelt sich dabei um Antikörper der Klasse Immunglobulin-E. Das IgE hat die Fähigkeit, sich an Mastzellen oder basophile Granulozyten zu binden und dort über Jahre hinweg im Körper zu bleiben. Bindet es ein Allergen, so veranlasst es die Mastzelle, Stoffe auszuschütten, hauptsächlich Histamin. Ist die Enzymsekretion gestört, führt das zu einer verminderten Abbau von IgE Antikörpern und erhöhten IgE Werten im Blutserum - auch ohne tatsächlicher Allergie. Der Normalwert für Gesamt IgE ist bei Kindern vom Alter abhängig, bei Erwachsenen sollte der Wert unter 100 liegen. Bei Chronischen Pankreatitis konnten signifikant erhöhte Serum-IgE-Spiegel (Mittelwert ± SEM; 286,1 ± 49 KU/L; p < 0,0001) im Vergleich zu Kontrollpersonen (65,2 ± 13 KU/L) festgestellt werden. 

Literatur:

Martin, M.: Gastroenterologische Aspekte in der Naturheilkunde; Ralf Reglin Verlag, Köln 2000
Martin, M.: Labordiagnostik für die Naturheilpraxis; Aescura im Verlag Urban & Schwarzenberg, München 1998
Raithel, M. et al.: Stimulation der Immunglobulin-E-Bildung bei chronischer Pankreatitis durch Alkoholauf- nahme und exokrine Pankreasinsuffizienz; Z. Gastroenterol 2001; 39:269-276; Georg Thieme Verlag, Stuttgart

 Gastroenterol 2001; 39(4): 269-276, DOI: 10.1055/s-2001-12870

Allergieambulatorium Reumannplatz

Mit einer Histamintoleranz vergesellschaftet sind häufig sowohl eine Laktoseintoleranz als auch eine Fructosemalabsorption. Eine Milchzuckerunverträglichkeit (Lactose=Milchzucker) kann angeboren (primär) oder erworben (sekundär) sein und durch eine Fehlbesiedlung des Darms, ausgelöst durch Antibiotika und andere Medikamenten, verstärkt werden. 

 

Fructosemalabsorption, fälschlicherweise Furctoseintoleranz genannt, und Sorbitintoleranz (Zuckeralkohol): 

Das passiert im Organismus: Die Fruktose, sowie andere Nahrungsbestandteile, gelangt in den Magen, wird dann durch die Magensäure verarbeitet und geht mit der Magensäure zusammen zunächst in das Duodenum, den Zwölffingerdarm und schließlich in den Dünndarm. Vom Dünndarm aus erfolgt dann der Transport ins Blut. Für die Fruktose gibt es dafür im Duodenum (Zwölffingerdarm) und im oberen Teil des Dünndarms, ebenfalls ein Transportsystem, das sogenannte Glut5. Fruktose ist ein Einfachzucker und wird, im Gegensatz zu Laktose, nicht gespalten, der Transport erfolgt daher direkt von Darm ins Blut. Das ganze System muss man sich vorstellen wie bei einer Lokomotive mit einem Waggon. Glut5, der Transporter, ist die Lokomotive, fährt durch die Darmwand und nimmt das Fruktosemolekül, den Waggon, durch diese Darmwand mit. Ein solches Transportsystem gibt es, wie gesagt, für alle Nahrungsbestandteile. Z.B. ist für den Transport der Glukose ein Glut2-Transporter zuständig und für Aminosäuren, d.h. Eiweißbausteine, wieder ein anderer Transporter. Diesen Vorgang nennt man Resorption. Bei einer Fruktosemalabsorption ist dieses Transportsystem gestört. Es stehen zu wenig Transportsysteme zur Verfügung, ein Teil der Fruktose gelangt unverdaut in den Dickdarm und die Darmbakterien verarbeitet sie zu verschiedenen Gasen wie z.B. Methan, Wasserstoff und kurzkettigen Fettsäuren. Es sind diese Gase, die dann die Beschwerden verursachen.

Die Resorption der Aminosäure Tryptophan, das ist einer der Bausteine von Serotonin, dem Glückshormon, erfolgt normalerweise auch mit Hilfe des Glut5-Transporters. Bei einer Fruktosemalabsorption liegt ein Mangel an Glut5 vor und somit auch ein Tryptophanmangel. Eine Fructosemalabsorption ist vergesellschaftet mit einem Mangel der Aminosäure Tryptophan, das der Grundbaustein für Melatonin, wichtig für einen erholsamen Schlaf, und für Serotonin, dem sogenannten Glückshormon, ist. Das fehlende Tryptophan ist ursächlich für oder/und verstärkt eine bestehende reaktive 

Depression, ausgelöst durch die psychische Belastung der Krankheitsbewältigung.

 

Betroffene mit Fruktosemalabsorption zeigen darüber hinaus vor allem ab einem Alter von ca. 35 Jahren signifikant niedrigere Serum–Folsäurekonzentrationen als Personen ohne Fruktosemalabsorption. Auch für Zinkmangelzustände konnte ein Zusammenhang mit der Fruktosemalabsorption gefunden werden. Zink ist ein essenzielles Spurenelement. In rund 50 Enzymen ist Zink enthalten; an der Funktion etwa 300 weiterer beteiligt. Als zellschützendes Antioxidans stärkt es unser Immunsystem gegen Allergien und Infekte. Es ist bedeutend für einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt, wichtig für das Wachstum sowie für Haut, Haare und Nägel. Botenstoffe wie Insulin und Testosteron werden nur bei ausreichender Zinkversorgung produziert. 

Durch eine Darmsanierung und entsprechende diätologische Ernährungsanpassung können Symptome wie Meteorismus, Flatulenz und Übelkeit gelindert bzw. vermieden werden. Fruchtzucker ist nach einer diätologischen Fructose-Karenzphase in der Langzeiternährung mit Maß und Ziel dennoch gestattet und sogar erwünscht, da der Organismus sonst seine Funktion, Fructose abzubauen, gänzlich einstellt. 

ACHTUNG! Die Trägerbasis vieler Medikamente besteht aus Zucker, Zuckeralkoholen und Zuckereraustausch-stoffen. Auch Zahnpasten enthalten meist Zuckeralkohole (Sorbit). 

 

Eine exokrine Pankeasinsuffizienz führt durch zu geringe Menge an aufgenommen Fetten unter Umständen auch zu einer Mangelversorgung fettlöslicher Vitaminen. Fettlösliche Vitamine sind essentiell für den Organismus. Vitamin A ist sehr wichtig für Wachstum und Vitalität unseres  Körpergewebes, die Schleimhäute, Sehkraft, Hauterneuerung und Stärkung des Immunsystems. Vitamin D ist sehr wichtig für den menschlichen Körper, denn die Vitamine D2 und D3 wirken als Hormone und können bei ausreichender Bestrahlung durch die Sonne vom Körper selbst produziert werden.  Vitamin E ist vor allem für seine Fähigkeit als Radikalenfänger bekannt, sodass das Risiko, an Krebs zu erkranken, durch die regelmäßige Zufuhr von Vitamin E reduziert werden kann. Außerdem brauchen wir Vitamin E zur Erneuerung der menschlichen Zellen und es hemmt Entzündungsprozesse im Körper und stärkt damit unser Immunsystem. Vitamin K dient der Regulation der Blutgerinnung und spielt außerdem eine wichtige Rolle für den Knochenstoffwechsel.

Ein regelmäßiger Vitamin- und Spurenelemente Check (Blutserum > Labor) gibt Sicherheit. Gegebenenfalls können fehlende Nährstoffe durch orthomolekulare Therapiemaßnahmen ergänzt werden. Diese Therapiemaßnahmen müssen in Absprache mit Expertinnen durchgeführt werden, da ein Überdosierung mancher Vitamine, wie alles, was zu viel ist, toxisch (giftig) ist.

Eine chronische Pankreatitis führt, so wie auch eine Teilresektion des Pankreas, zu einem Mangel an Bicarbonat. Der bicarbonathältige Bauchspeichel senkt bei gesunder Pankreasfunktion das durch den magensauren Speisebrei erhöhte pH Milieu im Dünndarm und schützt so die Darmschleimhaut des Zwölffingerdarms. Bei einem Mangel an biocarbonathältigem Bauchspeichel kann es zu entzündlichen Reaktionen des Zwölffingerdarms kommen. Eine engmaschige und langfristige gastroenterolgische und diätologische Begleitung ist ratsam. 

Ein relevanter Anteil (5–10 %) aller Diabetesfälle wird durch Pankreaserkrankungen verursacht, diese werden als Diabetes mellitus Typ 3c klassifiziert. Die häufigste Erkrankung hierbei ist die chronische Pankreatitis. Durch oralen Pankreasenzymersatz können die Bildung von Inkretinen und dadurch die Insulinsekretion verbessert werden. Betroffenen Patient*innen brauchen in der ­Regel dringender Insulin als Typ-2-Diabetiker*innen. Wichtig ist daher eine Diabetes Typ 3c gerechte therapeutische Diabetes-Schulung und -versorgung.

 

Für nähere informationen wenden Sie sich am Besten an die diätologische Abteilung Ihrer Klinik oder/und an ein diätologische Ambulanzen Ihrer GebietskrankenkasseIm Bereich Netzwerk finden Sie Links zu Selbsthilgruppen und im Bereich Ernährung bei Intoleranzen finden Sie weitere Informationen zu Ernährung und für ein geschmackvolles Leben trotz Intoleranzen.

Die hier genannten Komorbiditäten, die auftreten aber auch ausbleiben können, stellen keinen Anspruch auf Vollständigkeit und können jederzeit erweitert werden. Ihre Erfahrung ist wichtig, um das medizinische Informationsangebot für Betroffene umfassend zu gestalten. Wenn Sie mitwirken wollen, schreiben Sie an office@pankreatitisausstria.at und / oder kommen Sie zu einem unserer Treffen.

Fettlösliche Vitamine

A, D, E, K

Quelle: 

workshopernaehrung.de

Histamin -

Biochemie und mehr

Quelle: 

Philosophie des Gesundwerdens

Pankreasinsuffizienz -Ursache für Veränderungder Darmflora?

Quelle: 

natuma.de

Fructosemalabsorption

Symptome, Diagnose, Behandlung

Quelle: 

gesundheit.gb.at

Ernährungsempfehlung

HIT, Fructose, Laktose, Diabtes

Quelle: 

Verband der Diätologen Österreichs

Histaminintoleranz

bei exokriner Pankreasinsuffizienz

pankreatopriver  Diabetes mellitus - Diabetes mellitus 3c

Quelle: 

Patienten-Bibliothek Deutschland

Fructosemalabsorption

Ursachen, Folgen, Therapie

Quelle: 

M. Ledochowski, H. Bair, V. Gulfer

Fructosemalabsorption und nicht alkoholische Fettleber und Depression

Quelle: 

Ernährung im Fokus

Ernährungsempfehlung

bei Laktose-, Fruktose- und Histaminintoleranz

Quelle: 

bva - Versicherungsungsanstalt Öffentlich Bediensteter

Liste unverträglicher Medikamente bei HIT

Exokrine Pankreasinsuffizien und  Diabetes mellitus

Quelle: 

Österreichische Diabetes-Gesellschaft

Fructosemalabsorption

"Fructoseintoleranz"

Quelle: 

bva - Versicherungsungsanstalt Öffentlicher Bediensteter

Lactoseintoleranz

Milchzucker-unverträglichkeit

Quelle: 

Verband der Diätologen Österreichs

Ernährungseberatung

WGkk

Quelle: 

WGkk