Wiedereingliederungs-Teilzeit - Sanfter Wiedereinstieg in den Berufsalltag

Schritt für Schritt



Der Begriff chronisch stammt vom griechischen Wort Kronos - Zeit - ab und bezeichnet in der Medizin einen lange andauernden Krankheitsprozess.


Ungefähr 40 % aller Patient*innen mit chronischer Pankreatitis müssen im Laufe ihrer Erkrankung Ihren Beruf aufgeben oder/und werden berentet.


Geschätzte 60% sind demnach in der Lage, Ihren Beruf weiter ausüben oder in den Beruf zurückkehren. Für Sie ist diese Information:

Wiedereingliederungs-Teilzeit

Zur Erleichterung des Wiedereinstieges von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern nach langer Krankheit in den Arbeitsprozess wurde das Modell der Wiedereingliederungsteilzeit gesetzlich eingeführt.


Bei der Wiedereingliederungs-Teilzeit kommt es zu einer schriftlich vereinbarten Herabsetzung der wöchentlichen Normalarbeitszeit für eine Dauer von ein bis sechs Monaten (und einmaliger Verlängerungsmöglichkeit bis zu drei Monaten).


Der Arbeitgeber schuldet ein niedrigeres Entgelt entsprechend der Arbeitszeitreduktion.

Der dadurch reduzierte Lohn wird durch das Wiedereingliederungsgeld aus Mitteln der Krankenversicherung ausgeglichen.


Voraussetzung ist das Vorliegen eines mindestens sechswöchigen Krankenstandes im selben Dienstverhältnis. Dieses muss vor dem Antritt der Wiedereingliederungsteilzeit mindestens drei Monate gedauert haben. Da der Dienstnehmer im Rahmen der Teilzeit als absolut arbeitsfähig gilt, muss daher zum Antrittszeitpunkt eine ärztliche Bestätigung über die Arbeitsfähigkeit gegeben sein.


Die Wiedereingliederungsteilzeit kann im ersten Monat ab Rückkehr aus einer Arbeitsunfähigkeit, die krankheitsbedingt länger als sechs Wochen dauerte, angetreten werden.


Somit ist klar gestellt, dass die Wiedereingliederungs-Teilzeit nicht nur im unmittelbaren Anschluss an die Arbeitsunfähigkeit, sondern auch zu einem späteren Zeitpunkt noch angetreten werden kann.


'Denken Sie an eine Dienstnehmerin oder einen Dienstnehmer, die bzw. der nach wochenlanger Krankheit in der zweiten Arbeitswoche erkennt, dass sie bzw. er noch nicht die Kraft hat, volle Leistung zu erbringen.


In solchen Fällen hilft es den Menschen sehr, dass sie auch mehrere Wochen nach der Rückkehr mit dem Arbeitgeber über die vorübergehende Reduktion der Wochenstunden reden können', hält die Bundesministerin fest.


Grundlage der Wiedereingliederungsteilzeit ist eine schriftliche Vereinbarung zwischen Dienstgeber und Dienstnehmer über eine befristete Reduzierung der Arbeitszeit nach erfolgter Beratung der beiden Vertragsparteien durch fit2work. Diese hat Beginn, Dauer, Ausmaß und Lage der Beschäftigung zu enthalten. Überdies muss ein Wiedereingliederungsplan vorliegen, der bei der Gestaltung der Wiedereingliederungsteilzeit zu berücksichtigen ist.


Im Rahmen der Arbeitszeitreduktion ist die wöchentliche Normalarbeitszeit um mindestens 25 % und höchstens 50 % herabzusetzen. Des Weiteren darf sie während der Wiedereingliederungsteilzeit zwölf Stunden nicht unterschreiten und das gebührende monatliche Entgelt muss über der Geringfügigkeitsgrenze liegen.


Unter gewissen Voraussetzungen kann die wöchentliche Normalarbeitszeit für bestimmte Monate auch abweichend von der gesetzlich geregelten Bandbreite der Arbeitszeitreduktion festgelegt werden.


Ausmaß: Das Wiedereingliederungsgeld errechnet sich aus dem erhöhten Krankengeld (= 60 % der Bemessungsgrundlage) und ist entsprechend der vereinbarten wöchentlichen Normalarbeitszeit zu aliquotieren. Wird diese z. B. um die Hälfte herabgesetzt, gebührt die Leistung in der Höhe von 50 % des erhöhten Krankengeldes; bei einer wöchentlichen Normalarbeitszeit von 75 % stehen 25 % zu usw. Wird die Vereinbarung über die wöchentliche Normal­arbeitszeit während der Wiedereingliederungsteilzeit abgeändert, ist die Höhe des Wiedereingliederungsgeldes entsprechend anzupassen.

Wiedereingliederungsgeld

Um den Einkommensverlust, der durch ein auf Grund der Teilzeitvereinbarung nur in geringerem Ausmaß zustehendes Entgelt bewirkt wird, auszugleichen, wird ein Anspruch auf Wiedereingliederungsgeld geschaffen. Dabei handelt es sich um eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung, die aus dem Versicherungsfall der Wiedereingliederung nach langem Krankenstand erbracht wird. Anspruchsvoraussetzung: Das Wiedereingliederungsgeld ist durch den chef- und kontrollärztlichen Dienst des zuständigen Krankenversicherungsträgers zu genehmigen. Dies erfolgt nur dann, wenn auf Grund der vom Versicherten vorgelegten Unterlagen (Wiedereingliederungsplan von fit2work, ärztliche Befunde) davon ausgegangen werden kann, dass die Wiedereingliederung medizinisch zweckmäßig ist. Die Bewilligung darf zunächst für höchstens sechs Monate erteilt werden und ist für eine etwaige Verlängerung jedenfalls erneut erforderlich. Der Krankenversicherungsträger hat sowohl den Versicherten als auch den Dienstgeber über die Genehmigung (bzw. Ablehnung) sowie die Entziehung der Geldleistung schriftlich in Kenntnis zu setzen. Anspruchsdauer: Das Wiedereingliederungsgeld gebührt ab dem Beginn der Teilzeit bis zu deren vereinbartem Ende, sofern es nicht frühzeitig durch den Krankenversicherungsträger entzogen wird. Als Entziehungsgrund kommt das Überschreiten der in der Wiedereingliederungsteilzeitvereinbarung festgelegten Arbeitszeit um mindestens 10 % in Betracht. Bei Personen, die Rehabilitationsgeld oder eine Eigenpension aus der gesetzlichen Pensionsversicherung beziehen (bzw. einen Anspruch auf eine solche Leistung haben), erlischt dagegen der Anspruch auf Wiedereingliederungsgeld ohne weiteres Verfahren. Entfällt der Anspruch auf Auszahlung, endet die Wiedereingliederungsteilzeit mit dem Tag, der auf die Entziehung folgt. Ausmaß: Das Wiedereingliederungsgeld errechnet sich aus dem erhöhten Krankengeld (= 60 % der Bemessungsgrundlage) und ist entsprechend der vereinbarten wöchentlichen Normalarbeitszeit zu aliquotieren. Wird diese z. B. um die Hälfte herabgesetzt, gebührt die Leistung in der Höhe von 50 % des erhöhten Krankengeldes; bei einer wöchentlichen Normalarbeitszeit von 75 % stehen 25 % zu usw. Wird die Vereinbarung über die wöchentliche Normal­arbeitszeit während der Wiedereingliederungsteilzeit abgeändert, ist die Höhe des Wiedereingliederungsgeldes entsprechend anzupassen. Bezieher von Wiedereingliederungsgeld sind vom Anspruch auf Krankengeld ausgeschlossen. Für die Dauer einer Erkrankung während der laufenden Teilzeit gebührt anstelle des Krankengeldes somit weiterhin das Wiedereingliederungsgeld, wenngleich dieses den Zweck eines Krankengeldes erfüllt. Die allgemeinen Grundsätze hinsichtlich der Anspruchsdauer gelangen auch hier zur Anwendung. "Sperrfrist": Nach dem Ende der Wiedereingliederungsteilzeit kann ein neuerlicher Anspruch auf Wiedereingliederungsgeld (für eine neue Teilzeitvereinbarung) erst nach Ablauf von 18 Monaten entstehen.


Wiedereingliederung nach langem Krankenstand - ÖGK

Wiedereingliederungsgeld + Formulare - ÖGK

Wiedereingliederungs-Teilzeit - Bundesministerium Arbeit, Familie, Jugend


Ich wünsche Ihnen weiterhin alles Gute und einen gelungenen Wiedereinstieg in das Erwerbsleben!


Doris Lang


Selbst Betroffene,

Obfrau

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