Pankreas-Darm-Vagina-Achse

Zusammenhänge - Symptome - Therapie bei Störungen


Um zu verstehen, wie eine gestörten Pankreasfunktion mit einer gestörten Scheidenflora zusammenhängt, empfehle ich den Blog-Artikel "Die gestörte Panrkeasfunktion - Pankreas-Darm-Hirn-Achse" zu lesen.


WICHTIG! Eine gestörten Pankreasfunktion kann über ein gestörtes Darm-Mikrobiom zu einer gestörten Scheidenflora führen. Sie muss aber nicht!


Was haben Darm- und Scheidenflora miteinander zu tun?


Der Aufbau der Scheidenflora erfolgt bereits ab der Geburt durch die orale Aufnahme von nützlichen Bakterien. Diese wichtigen Symbionten kennen exakt ihren Bestimmungsort im menschlichen Körper und finden ihren Platz innerhalb kürzester Zeit. Wie aber gelangen Bakterien aus dem Darm in den Vaginalbereich?


Das lässt sich durch die weibliche Anatomie erklären: Betrachtet man das Becken im Querschnitt, so erkennt man, dass Analbereich bzw. Rektum, Vaginalbereich und Harnwege keine „dichten“, abgeschlossenen Systeme sind, sondern in Öffnungen münden.


Zwischen dem Anal- und dem Vaginalbereich existiert eine „Schleimstraße“: Über diesen physiologischen Transportweg werden Laktobazillen permanent aus dem Rektum, welches als Reservoir für nützliche Milchsäurebakterien dient, nach vorne in die Scheide befördert.


Frauen spüren neben der Verdauung aktuell auch vermehrt Veränderungen im Intimbereich: Die Scheidenflora, ein wichtiger Schutzschild vor schädlichen Keimen, ist vielfach gestört (dysbiotisch). Üblicherweise tummeln sich in einer gesunden Vaginalflora Milliarden unterschiedlicher nützlicher Laktobazillen – auch Milchsäurebakterien genannt – und sorgen hier für einen sauren pH-Wert (3,8 - 4,5): In diesem Milieu können sich unerwünschte Keime (z. B. Gardnerella vaginalis) und Pilze (z. B. Candida albicans) nicht vermehren und dringen somit auch nicht in Genitalbereich, Blase, Harnleiter und Fortpflanzungsorgane vor.

Eine Reduktion der Laktobazillen in der Scheide erhöht jedoch das Risiko für eine Infektion im Intimbereich: Denn sind die nützlichen Milchsäurebildner reduziert, verändert sich der pH-Wert im Vaginalbereich und bietet krankmachenden Bakterien und Pilzen ein wahres Wohlfühlambiente zur Vermehrung an – ein Ungleichgewicht zugunsten der unerwünschten Eindringlinge entsteht. Reagiert man nicht sofort bei den ersten Anzeichen einer vaginalen Dysbiose, können pathogene Keime den gesamten Urogenitaltrakt überwuchern, und das macht sich dann nicht nur mit fischig riechendem Ausfluss, Jucken und Brennen bemerkbar, sondern kann auch zu hartnäckig wiederkehrenden Infektionen führen.

Da die Darmflora die Basis für die bakterielle Besiedelung der Scheide bildet ist es auch naheliegen, dass ein – u. a. durch Stress, zuckerreiche Ernährung oder Medikamente – gestörtes Darmmikrobiom auch eine Dysbiose der Vaginalflora begünstigen kann.

Insbesondere in der Gynäkologie gewinnen die Darmbakterien zunehmend an Bedeutung. Der Zusammenhang mag sich einem vielleicht nicht sofort erschließen, doch immer mehr Studien zeigen klar auf, dass das Darmmikrobiom eine zentrale Rolle bei der Verarbeitung der wichtigsten weiblichen Hormone, der Östrogene, spielt. Solche Ergebnisse faszinieren selbst erfahrene Ärzte und Forscher wie Prof. Huber: „Die Darmflora entscheidet darüber mit, was mit den Östrogenen der Eierstöcke gemacht wird und wie viel freies Östrogen im Körper verfügbar ist.“

In der Gynäkologie scheint die orale probiotische Behandlung der vaginalen Dysbiose ein völlig neuer und vor allem nachhaltiger Zugang zu sein.

Das hat nicht nur für die Wirksamkeit von Hormonpräparaten eine zentrale Bedeutung, sondern auch für das Verständnis der Entstehung von Brustkrebs: Eine vielbeachtete Studie der WHI (Women‘s Health Initiative) zeigte, dass Östrogen ein zentraler Auslöser für diese Erkrankung ist – doch nun muss auch der Darm berücksichtigt werden, der über das Schicksal des Östrogens im Körper entscheidet.

Die Besiedelung des menschlichen Organismus mit Mikroorganismen bestimmt maßgeblich die lebenslange Abwehrkraft unseres Immunsystems. Der Darm ist quasi das Reservoir für die Besiedelung der Scheide: Ist die Darmflora gesund und reich an wichtigen Lactobazillen, dann gilt das auch für die Vaginalflora.

Wenn der Pilz Candida albicans eine Infektion auslöst, spüren wir Brennen und Schmerzen beim Urinieren.

Die weibliche Vaginalflora mit zahlreichen Lactobazillen ist nicht nur während der Geburt von großer Bedeutung, sondern begleitet jede Frau ein Leben lang als „Schutzschild“. Prof. Huber, Gynäkologe der MedUniKlinik Wien: „Stress, hormonelle Veränderungen (wie in der Schwangerschaft, den Wechseljahren oder durch hormonelle Verhütungsmittel), Antibiotika, Rauchen, zuckerreiches Essen und vieles mehr machen diesen Schutzschild ‚bröckelig‘, es entsteht eine sogenannte ‚vaginale Dysbiose‘, ein Ungleichgewicht.“

Eine Dysbiose der Darmflora bei exokriner Pankreasinsuffizienz führt auch zu einer Dysbiose der Vagnialflora!

Im gesamten Urogenitaltrakt von Frauen kann die übermäßige Vermehrung schädlicher Bakterien und Pilze Infektionen verursachen. Die Folge: Schädliche Bakterien und Pilze vermehren sich und führen zu Infektionen im gesamten Urogenitaltrakt. 25-30% der Frauen leiden unter bakteriellen Vaginosen, zahlreiche unter Scheidenpilz und Scheidentrockenheit, auch rezidivierende Harnwegsinfektionen treten häufig auf. Häufig flammen diese Infektionen (vgl. Infobox) immer wieder auf. Eine lokale vaginale Therapie bringt meist nicht den gewünschten Erfolg. Ein Grund dafür sind pathogene Darmbakterien, die kontinuierlich vom Darm in die Scheide immigrieren. Unbehandelt oder bei fehlendem Therapieerfolg besteht die Gefahr einer Ausbreitung der Entzündungsprozesse auf Blase und Eierstöcke. Vor allem während der Schwangerschaft geht von vaginalen Infektionen eine Gefahr für Mutter und Kind aus. Mögliche Folgen sind ein vorzeitiger Blasensprung und eine verfrühte Wehentätigkeit bis hin zu einer Frühgeburt.

Studien der Frauenklinik des AKH Wien haben kürzlich einen neuen Weg der Therapie einer aus dem Gleichgewicht geratenen Scheidenflora aufgezeigt.

Unter der Annahme, dass die Darmflora als Grundlage für die Gesundheit der Vaginalflora gilt, wurde untersucht, ob die orale Einnahme von ausgewählten Lactobazillen einen Einfluss auf die Besiedelung der Scheide hat. Tatsächlich wurde nachgewiesen, dass sich die eingenommenen Bakterien im Vaginaltrakt nachhaltig ansiedeln konnten.

„In der Gynäkologie scheint die orale probiotische Behandlung der vaginalen Dysbiose ein völlig neuer und vor allem nachhaltiger Zugang zu sein“,

freut sich Prof. Huber. (Univ.-Prof. DDr. Johannes Huber ist Facharzt für Gynäkologie und Hormonspezialist in Wien)


Symptome häufiger Infektionen des weiblichen Urogenitaltraktes


Bakterielle Vaginose

Ein charakteristisches Symptom dieser bakteriellen Infektion ist der vermehrte, dünnflüssige, weiß-gräuliche Ausfluss mit fischartigem Geruch. Außerdem treten Juckreiz und Schmerzen im Vaginalbereich und im Unterbauch sowie Beschwerden während des Geschlechtsverkehrs auf. Bei etwa der Hälfte der Betroffenen verläuft die bakterielle Vaginose ohne die genannten Symptome. Häufigster Auslöser ist der Keim Gardnerella vaginalis.

Vulvovaginale Candidose

Häufigste Symptome dieser durch die Vermehrung bestimmter Pilze (insbesondere Candida albicans) ausgelösten Infektion sind Juckreiz, vaginale Rötung, Wundheitsgefühl, Brennen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und beim Urinieren.

Harnwegsinfekte

So werden Infektionen der ableitenden Harnwege bezeichnet: Diese können nicht nur Harnröhre und Harnblase, sondern auch Harnleiter und Nieren betreffen und sich bis in die Blutbahn ausbreiten. Je nachdem, wie weit die Infektion bereits „aufgestiegen“ ist, treten unterschiedliche Symptome auf: Ist die Harnröhre betroffen, treten Schmerzen beim Urinieren oder Jucken auf. Selbiges gilt für die Blasenentzündung, doch hier kommen verminderter Harnfluss, ev. Blut im Urin oder häufiger Harndrang hinzu. Bei einer akuten Entzündung der Nierenbecken treten vorrangig Flankenschmerz und Fieber auf, auch Übelkeit und Brechreiz können vorkommen.




Was hindert Verantwortliche im Gesundheitssystem, Kliniken und Ärzt*innen, Darm- noch Vaginaldysbiosen in der Aufklärung anzusprechen und sowohl präventiv als auch therapeutisch in die Behandlungsstandards und Verlaufskontrollen chronischer Pankreatitispatientinnen zu integrieren?


Wie ist es zu rechtfertigen, dass Patientinnen mit exokriner Pankreasinsuffizienz (und Darmanastomose), SV-Beitragszahlerinnen, Diagnose und Behandlung des Mikrobioms selbst initiieren und die Kosten für Diagnostik und Behandlung privat bezahlen müssen?


Wie ist es zu rechtfertigen, dass "unmet needs" und medizinisch notwendige Maßnahmen in der Behandlung von Pankreatitis-Patientinnen ignoriert werden?



Dieser Blogbeitrag entsteht, weil eine Darm-Dysbiose im Zusammenhang mit einer exokrinen Pankreasinsuffizienz zu belastenden Infektionen des Urogenaltraktes führen kann. Die Kosten der notwendigen Untersuchungen und die Kosten für kobormbititäten-verträgliche Präparate zur Darmmikrobiom-Sanierung müssen von betroffenen Sozialversicherungsbeitrags-Zahlerinnen selbst getragen werden.


Keine Krankheit kann zuseltensein, um ihr Aufmerksamkeit zu schenken.


Literatur

OMNi-BiOTiC®

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