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Treten Schmerzen auf, sind diese in Höhe des Magens wahrnehmbar. Manchmal ziehen sie sich um den ganzen Oberbauch (Abdomen) und den Rücken und/oder strahlen in die Schulter aus.

Erleichterung bei Schmerzen bringt meist die sogenannte Embryonalstellung, in der die Beine angewinkelt Richtung Kinn gezogen werden. Warme oder kühle Bäder helfen ebenfalls. Ob warmes oder kühles Wasser als angenehm empfunden wird, ist dabei von Mensch zu Mensch verschieden. 

Schmerzreduktion wird darüber hinaus durch Schmerzmittel erreicht, deren Gabe sich meist nach dem dreistufigen Schmerzreduktionsplan der WHO richtet: Die erste Stufe der Schmerzreduktion besteht aus der Verabreichung von nicht opoidhaltigen Schmerzmitteln. Wenn diese Schmerzmittel keine signifikante Schmerzerleichterung bringen, werden milde Opioide und wenn notwendig auch starke Opiode verabreicht. 

Schmerzpflaster, sogenannte Depotpflaster geben den Wirkstoff über mehrere Tage verteilt an den Körper ab. Ist das Depot erschöpft, also leer, wird das Pflaster durch ein neues ersetzt.

 

ACHTUNG !  Schmerzpfalster niemals einfach abnehmen! Auch nicht beim Duschen! Opioide müssen! ausgeschlichen werden !

Ausschleichen bedeutet, dass die Dosis langsam, Schritt für Schritt reduziert wird, damit Entzugserscheinungen ausbleiben. 

Ergänzend zu Schmerzmedikamenten können nicht medikamentöse Schmerztherapien wie Aku-punktur, Fußreflexzonenmassage, Osteopathie, uws. schmerzlindernd wirken. Mehr dazu >

Schmerzen werden unter Umständen auch durch die Beseitigung von Engstellen oder Steinen behandelt. Zum Einsatz kommen dabei minimalinvasive Therapien, meist Endoskopie und ERCP. Der Vorteil einer ERCP ist, dass das Gangsystem und Engstellen sich aus der innern Perspektive bildlich erfassen lassen und das Gallen- und Pankreasgangsteine ohne chirurgischen Eingriff entfernt werden können. Außerdem lassen sich mittels MRCP Stents zur Überbrückung (eigentlich Untertunnelung) von Pankreasgang-Stenosen (Engstellen im Pankreagang) in die Bauchspeicheldrüse einbringen. Der Nachteil ist, das dieser Eingriff unter dem Röntgenschirm stattfindet und der Organismus einer Röntgenstrahlenbelastung ausgesetzt ist. 

Bleibt der Versuch der Schmerzbehandlung durch alle o.a. Maßnahmen erfolglos, kann und wird eine sogenannte Epiduralanästhesie, die häufig auch bei Geburten eingesetzt wird.  

Wenn die sogenannte konservative Therapie, also Schmerzmedikamente und/oder minimalinvasive Therapie nicht die erwünschte Wirkung zeigen, ist der chirurgische Eingriff das Mittel der Wahl, um ein schmerzfreies Leben zu erreichen.

 

Weitere Informationen zu möglichen invasiven Schmerztherapie-Methoden finden Sie hier

Schmerz, was ist das? Stellen Sie sich vor, was passieren würde, wenn wir keine Schmerzen empfinden könnten. Diese Vorstellung scheint besonders für Menschen, die ihr Leben unter ständigen chronischen oder wiederkehrenden Schmerzen führen müssen, im ersten Moment sehr verlockend. Doch wenn der Mensch tatsächlich keine Schmerzen empfinden könnte, würde er wahrscheinlich nicht sehr lange leben. Man würde so nicht mehr merken, wenn man sich verletzt. Der Schmerz ist ein wichtiger Schutzmechanismus – ein Alarmsystem des Körpers. Wenn unsere Hand z. B. eine Herdplatte berührt, zucken wir rechtzeitig zurück. Hätten wir keinen Schmerzsinn, würden wir uns verbrennen. 

Schmerz warnt uns vor Schäden durch äußere Ereignisse oder innere Erkrankungen. Dabei werden Sinneszellen, sogenannte  Schmerzrezeptoren erregt, die sich am Ende der Nerven befinden. Von diesen Fühlern wird die Schmerzinformation über elektrische Ströme bis zum Rückenmark geleitet.

Die Schmerzrezeptoren reagieren auf mechanische, chemische oder thermische (Hitze / Kälte) Reize. Beim Überschreiten einer individuellen Schwelle kommt es zur Aktivierung dieser Zellen. 

Um einer Verletzung entgegenzuwirken, werden in der Folge Entzündungsmediatoren (z.B. Bradykinin und Serotonin) ausgeschüttet, die auch zu einer Erweiterung der Blutgefäße führen. Ein lokales Ödem (Rötung, Schwellung) wird sichtbar. Leukozyten, weiße Blutkörperchen,  gelangen dadurch zur Krankheitsabwehr einfacher in das geschädigte Gewebe. Alle Schmerzmediatoren erregen über die Schmerzrezeptoren die freien Nervenendigungen, welche die Schmerzinformation weiterleiten. 

Im Rückenmark befindet sich die erste Schaltstelle. Hier wird einem der Schmerz noch nicht bewusst, doch reflexartig weichen wir der Bedrohung aus. Mit Hilfe von chemischen Botenstoffen werden die Schmerzsignale auf die Leitungsbahn des zentralen Nervensystems, welche zunächst im Rückenmark verläuft und im Gehirn endet, übertragen. Das zentrale Nervensystem leitet über das Rückenmark nicht nur Erregungen weiter, sondern es kommt gleichzeitig auch zu hemmenden Impulsen. Die direkte Hemmung schwächt die Schmerzimpulse gleich im Rückenmark ab. Die absteigende Hemmung wird durch den zum Gehirn aufsteigenden Schmerzreiz selbst ausgelöst.

Die eigentliche Schmerzwahrnehmung erfolgt dann in bestimmten Teilen des Gehirns: im limbischen System die emotionale Bewertung, in der Großhirnrinde die Bewusstmachung sowie der Vergleich mit früheren Erfahrungen und die Beurteilung der Situation.

In besonderen Situationen kann der Körper selbst Stoffe herstellen, die den Schmerz lindern oder deutlich reduzieren bzw. auch ausschalten können. Diese sogenannten Endorphine werden z.B. bei schweren Verletzungen vermehrt ausgeschüttet. Man nimmt Schmerz erst wieder wahr, wenn der Körper zur Ruhe kommt und weniger Endorphine produziert.

Quelle: ÖSG