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„Selbsthilfegruppen sind Versuche, aus eigener Betroffenheit heraus gemeinsam mit anderen eigene Wege bei der Bewältigung der Erkrankung gehen zu lernen.“ 

Dieser Satz von Klaus Balke zeigt ganz deutlich, worum es in einer Selbsthilfegruppe geht. Menschen, die den Weg in eine Selbsthilfegruppe finden, wollen ihre Probleme nicht mehr mit sich alleine ausmachen, sondern beschreiten den Weg der gegenseitigen Hilfe unter Gleichbetroffenen.

 

Selbsthilfegruppen haben die Selbständigkeit ihrer Mitglieder und gegenseitige Entlastung zum Ziel. Deshalb schaffen sie sich einen Arbeitsrahmen, in dem ein gleichberechtigtes Miteinander für alle Beteiligten möglich ist.


Zu diesem Zweck arbeiten sie nach den Prinzipien der Freiwilligkeit, Eigenverantwortlichkeit, Gleichberechtigung und Gegenseitigkeit. Ihre Methode ist das regelmäßige Gruppentreffen, meist ohne professionelle Leitung. Selbsthilfegruppen bieten meist keine Dienstleistungen an und orientieren sich in ihrer Arbeit ausschließlich an ihren persönlichen und gemeinsamen Bedürfnissen. Sie richten ihre Aktivitäten nach innen, die Gruppe.

Charakteristisch für Selbsthilfegruppen ist

• die eigene Betroffenheit (Selbst oder als Angehörige),
• die Gruppengröße pro Gruppe von maximal 14 Personen,
• regelmäßige Gruppentreffen, meist auf regionaler Ebene,
• die Art der Teilnahme, die freiwillig, regelmäßig, aktiv und gleichberechtigt ist,

• die Orientierung der Gruppenarbeit an den Bedürfnissen der Gruppenmitglieder.

TeilnehmerInnen einer Selbsthilfegruppe helfen einander, krankheitsbedingte Probleme zu lösen und einen besseren Umgang mit den Herausforderungen des Lebens zu finden. Das tun sie, indem sie sich mit anderen Betroffenen austauschen und dabei von den eignen und fremden Erfahrungen profitieren.

„Seit ich in die Gruppe gehe, fühle ich mich sicher und stark – so als hätte ich zu mir selbst gefunden!“

Teilnehmende einer Selbsthilfegruppe lösen sich aus der, oft mit dem Beginn einer schweren Erkrankung einhergehenden, persönlichen Isolation und festigen dadurch ihre soziale Kompetenz in ungewohnten Lebensumständen. Dadurch werden Selbständigkeit und Eigenverantwortung gestärkt und durch den regelmäßigen Erfahrungs- und Informationsaustausch werden sie zu „ExpertInnen in eigener Sache“. Auf diese Weise können neue Wege im Umgang mit der Erkrankung bzw. den damit einhergehenden Herausforderungen gefunden und dadurch auch professionelle Hilfe gezielter in Anspruch genommen werden.

Das Besondere an einer Selbsthilfegruppe ist, dass alle Beteiligten sich eigenverantwortlich engagieren, ohne Experten oder Expertin, der/die sagt, was zu tun ist und für Handlung und Verhalten die Verantwortung übernimmt. ALLE Teilnehmenden sind für die Organisation und Gestaltung der Selbsthilfegruppe verantwortlich. Eine aktive und kontinuierliche Mitarbeit sind dafür Voraussetzung.

 

Pankreatitis SelbstHilfe Österreich ist eine Mischform aus Selbsthilfegruppe und Selbsthilfeorganisation. Als Selbsthilfeorganisation ist die Pankreatitis SelbstHilfe Österreich durch den Zusammenschluss ihrer Mitglieder und ExpertInnen aus Medizin, Pflege, Diätologie und Psychologie vereinsmäßig organisiert (letztere in einem wissenschaftlichen Beirat).

Als Ergänzung zur Selbsthilfegruppe, deren Aktivitäten nach innen gerichtet sind, sind die Aktivitäten des Vereins nach außen gerichtet. Das bedeutet, dass Pankreatitis SelbstHilfe Österreich eine wichtige Lobby-Funktion, Interessensvertretung und Einflussnahme auf die Öffentlichkeit und damit auch auf Gesundheits- und Sozialpolitik ausübt, um die Versorgung von Betroffenen zu verbessern. Um diesem Aufgabenbereich gerecht zu werden, braucht es durchsetzungsfähige, hierarchisch organisierte Strukturen, die überregional agieren.

Der persönliche Beitrag ALLER Betroffener (über den Mitgliedsbeitrag hinaus) zum Geschehen innerhalb der Selbsthilfeorganisation hat eine nachgeordnete Bedeutung, da einzelne Bereiche von Mitgliedern des Vorstands übernommen werden. Das bedeutet, dass es einen Vorstand braucht, der aus mehr als zwei Personen besteht. Dennoch sind für die erfolgreiche Organisation und das Erreichen der Ziele die aktive, kontinuierliche Mitarbeit von Freiwilligen unerlässlich, da keine Gehälter oder sonstige Ausgleichszahlungen getätigt werden.

Die Erfahrung zeigt, dass ein operatives Team aus 4 bis 5 Personen, welche die Aufgabenbereiche unter sich teilt, für die Erreichung der Organisations-Ziele optimal ist. Optimal sind, je nach organisatorischen Notwendigkeiten, 5 bis 10 Wochenstunden, die unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden.

Für Pankreatitis Selbsthilfe Österreich tätig zu sein und erstmalig europaweit (wenn nicht sogar weltweit - Anm. der Autorin) die Erkrankung zu thematisieren, ist Sinn stiftend und wird als erfüllend erlebt. Der Lohn für das stundenweise persönliche Engagement sind die schrittweisen Verbesserungen innerhalb des Systems zu Gunsten Erkrankter und ihrer Angehöriger.